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Amalie von Lasaulx
Sr. Augustine
1815-1872 |
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Biographisch-Bibliografisches Kirchenlexikon: LASAULX, Amalie von, Schwester Augustine, Oberin der Barmherzigen Schwestern vom hl. Carl Borromäus im St. Johannis Hospital in Bonn, geb. am 19.10. 1815 in Koblenz als achtes Kind des Architekten und preußischen Bauinspektors Johann Claudius von Lasaulx und seiner Ehefrau Anna Maria Müller, gest. am 28.1. 1872 in Vallendar. - Die ursprünglich im Lothringischen beheimatete Familie de Lasaulx wurde durch A.s Urgroßvater, Johann Claudius (1723-1791) kurtrierischer Hofrat, in Koblenz ansässig gemacht. Neben dem Elternhaus beeinflußte A. das kirchlich-poetische Klima in der verschwägerten Familie Longard; Clemens Brentano schilderte sie als »wildes Kind«. Sie besuchte die Steinsche Mädchenschule und erhielt mit dem lebenslänglichen Freund Karl Cornelius Unterricht in der französischen Sprache. Die ältere Schwester Anna Maria trat 1828 bei den Borromäerinnen in Nancy ein, wurde Elisabethin und Generaloberin in Luxemburg; sie starb 1866. Ihre Schwester Clementine Maria Christine wurde Oberin in einer Vagabundenanstalt in Ettelbrück; sie überlebte A. A. wandte sich nach der Auflösung einer sie enttäuschenden Verlobung 1838 an das Mutterhaus in Nancy, fand 1840 Aufnahme, noch zu Lebzeiten der bedeutenden Generaloberin Maria Placida Bellanger, die sie zur Apothekerin ausbilden ließ. »Sie hatte das Kloster gesucht der Charitas wegen« (Reinkens); den vollen Zugang zum Ordensleben als solchem fand sie nicht - so übereinstimmend ihre Biographen. 1842 wurde sie als Apothekerin in das Hospital zu Aachen geschickt, 1849 Oberin im neugegründeten Bürger Hospital zum hl. Johannes in Bonn. Hier hat sie, wie der Mitbegründer und Leiter des Curatoriums Ferdinand Walter rühmt, in den Schwierigkeiten der ersten Einrichtung Kraft, Umsicht und organisatorisches Talent bewiesen. 1850 wurde die Einrichtung einer Hausapotheke im Spital unter Zurückweisung des dagegen vorgebrachten Protestes der Apothekenbesitzer zu Bonn vom Berliner Ministerium der Geistlichen-, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten genehmigt. Im Orden innerlich vereinsamt, fand sie freundschaftlichen Verkehr mit Bekannten des Elternhauses und Bonner Professoren und Seelsorgern, mit Georg Benjamin Mendelssohn, Sulpiz und Mathilde Boissereé, Theodor Perthes, Bernhard Joseph Hilgers, F.P. Knoodt, Joseph Langen und Pfarrer Wilhelm Reinkens, mit dem zusammen sie die »Augsburger Allgemeine Zeitung«, hielt, dem älteren Bruder des späteren altkatholischen Bischofs J.H. Reinkens. Sie gehörte so zu einem noch vom Hermesianismus geprägten Kreis. Kriegseinsätze in Schleswig-Holstein - Februar bis Juni 1864 - und in Böhmen - Juni bis September 1866 - erschütterten ihre Gesundheit. Schon lange vor dem Vatikanischen Konzil ergriff sie die in Bonner akademischen Kreisen verbreitete antirömische Stimmung; das Infallibilitätsdogma lehnte sie strikt ab. Auf Grund einer Denunziation suchte die Novizenmeisterin von Trier sie Ende Oktober 1871 im Auftrag der Generaloberin auf; A. erklärte, weder an das Dogma der Unbefleckten Empfängnis Mariens, noch an das der Unfehlbarkeit des Papstes zu glauben. Sie widerstand allen Bekehrungsversuchen, wurde obwohl schwer leidend am 7. November abgesetzt und mußte das Bonner Spital verlassen. Sie fand Aufnahme im Hospital des Ordens zu Vallendar und starb dort am 28. Januar 1872. Sie wurde am 30.1. in der Familiengruft zu Weissenturm beigesetzt. Edith von Ennen |
Literatur:
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| Biographisch-Bibliografisches Kirchenlexikon | |
| Digitale Replica von: Joseph Hubert Reinkens, Amalie von Lasaulx, eine Bekennerin (1878) | |
Angela Berlis |
Peter Feenstra |
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